Marie Anna Jonas, geb. Levinsohn

Allgemeines

Nachname:
Jonas
Geburtsname:
Levinsohn
Vorname:
Marie Anna
Geburtsdatum:
12.01.1893
Geburtsort:
Fischhausen (Ostpreußen)
Sterbedatum:
1944
Sterbeort:
Auschwitz
Konfession:
mosaisch
Beruf des Vaters:
Apotheker
Ehemann:
Jonas, Alberto
Kommentar zum Ehemann:
Altphilologe, Oberlehrer an der Hamburger Talmud Tora Schule. Hochzeit 1923, 1924 Direktor der Israelitischen Töchterschule in Hamburg
Kinder:
1
Kommentar zu den Kindern:
Esther, geb. 1924
Sonstiges:
Vater: Benno Levinsohn betreibt die Apotheke in Fischhausen u. eine Filiale in Kraxtepellen. Die Mutter starb, als M. J. 15 Jahre alt war
1895 zieht die Familie nach Königsberg
Sie war das 3. von insges. 4 Kindern

Ausbildung

Ausbildung und Schule:
Besuch der Höheren Mädchenschule in Königsberg mit angeschlossenem Lehrerinnenseminar. 1911 besteht sie das Lehrerinnenexamen. Von 1912 bis 1914 lebt sie zur weiteren Ausbildung in Frankreich u. England.
Im 1. Weltkrieg ist sie als Rote-Kreuz-Schwester tätig
Im Sept. 1917 beginnt sie erneut mit den Virbereitungen für das Abitur. Ostern 1919 Abitur
Beginn des Medizinstudiums in Königsberg
Ort der Promotion:
Königsberg
Datum der Promotion:
16.04.1923
Datum der Approbation:
1923

Beruf

Fachbezeichnung:
Schulärztin
Art der Tätigkeit:
1924-1932 Schulärztin in Hamburg
Kommentar zur Tätigkeit:
1932 verlor sie ihre Arbeit als Schulärztin wegen des "Doppelverdienertums", sie wurde also als Beamtin aus dem Staatsdienst entlassen. Sie arbeitete dann ehrenamtlich weiter, zunächst am Universitätskrankenhaus Eppendorf, dann am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg
Tätigkeitsorte:
Hamburg (1924 - 1942), dort:
Grundelallee 12 (1928 - 1929)
20, Woldsenweg 5 (1930 - 1942)
Haupttätigkeitsort:

Veränderungen nach 1933:
Jüdin nach dem Gesetz vom 07.04.1933
Nachdem ihr 1938 die Approbation entzogen wurde, ist sie als Krankenschwester tätig und versorgt alte Menschen in ihren Wohnungen. Sie unterrichtet in den Räumen der Israelitischen Töchterschule Biologie und Gesundheitslehre.
Sie drängt zur Auswanderung, aber ihr Ehemann widersetzt sich dem. Viel zu spät wird dann doch noch ein Ausreiseantrag für die USA gestellt. Im Frühjahr 1942 muß die Familie aus der Wohnung Woldsenweg ausziehen und in ein sog. "Judenhaus" am Laufgraben umziehen.
Am 19.07.1942 deportiert man sie mit Mann und Tochter nach Theresienstadt. Dort stirbt Dr. Alberto Jonas an einer Hirnhautentzündung.
M.J. beginnt dort als Ärztin zu arbeiten. Sie wird am 12.10.1944 nach Auswitz deportiert und dort ermordet.
Tochter Esther wird ebenfalls nach Auschwitz deportiert. Sie überlebt das KZ
2009 wurde ein Platz in Hamburg Eppendorf nach Marie Jonas benannt
Mitgliedschaften:
WIZO, dort Gruppenvorsitzende
Hamburger Zionistischer Ortsverband (1938 Vorstandsmitglied)
Henry-Jones-Loge
BdÄ (1928, 1930)

Literatur

Quellen und Sekundärlitertur

Quellen:
RMK 1926, 1933, 1937
Mschr. Dtsch. Ärztinnen 4(1928, S. 188 ; 6(1930), 192
Hamburger jüdische Opfer des Nationalsozialismus. Gedenkbuch. Hamburg 1995
Archivalien
Villiez, Anna von: Mit aller Kraft verdrängt. München, Hamburg 2009, S. (Studien zur jüd. Geschichte. 11), S. ?
Benennung des Marie-Jonas-Platz. www.kulturhaus-eppendorf.de/08stadtteilarchiv.html v. 17.12.2009

Eigene Publikationen

Publikationen:
Kasuistischer Beitrag zur Diagnose und Indikationsstellung bei endokraniellen KOmplikationen eitriger Mittelohrprozesse. Königsberg, Med. Diss. v. 16.04.1923
Deskriptoren:
Vorberuf
Approbation im Kaiserreich
Approbation in Weimarer Republik
sozialpol. Engagement
jüdische Abstammung
Einsatz im 1. Weltkrieg
Lazarettdienst
BDÄ (Bund Deutscher Ärztinnen)