Lilli Ehrenfried, geb. Ehrenfried

Allgemeines

Nachname:
Ehrenfried
Geburtsname:
Ehrenfried
Vorname:
Lilli
Geburtsdatum:
20.08.1896
Geburtsort:
Breslau
Sterbedatum:
01.01.1994
Sterbeort:
Paris
Konfession:
mosaisch
Beruf des Vaters:
Augenarzt
Ehemann:
Goppel
Kommentar zum Ehemann:
Ehe wurde wieder geschieden, sie nannte sich danach wieder Ehrenfried.
Sonstiges:
Eltern: Dr. Leo Ehrenfried und Anna Ehrenfried, geb. Glaser

Ausbildung

Ausbildung und Schule:
Privatschulen in Berlin
Ostern 1913 Besuch der Staatlichen Augusta-Schule in Berlin, Abitur Ostern 1917
Bis Herbst 1917 freiwillige Krankenpflege
Medizinstudium in Berlin, 3 Semester
gleichzeitig Ausbildung als Gymnastiklehrerin in Berlin, Diplomprüfung 1918
neuneinhalbjährige Tätigkeit als Gymnastiklehrerin
Ostern 1921 Fortsetzung des Medizinstudiums in Freiburg, Göttingen, Berlin
gleichzeitig auch 3 Semester an der deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin
ab Herbst 1924 Medizinstudium in Freiburg
Staatsexamen Winter 1925/26
Ort des Staatsexamens:
Freiburg i. Br.
Datum des Staatsexamens:
1925/26
Ort der Promotion:
Freiburg i. Br.
Datum der Promotion:
1926
Datum der Approbation:
1927

Beruf

Fachbezeichnung:
Sportärztin (RMK 1931, 1933)
Art der Tätigkeit:
1926-27 Arbeit auf der Inneren Abt. des Krankenhauses Moabit, Berlin (praktisches Jahr??)
1928 - 33 Volontärärztin, Assistenzärztin am Kreiskrankenhaus Moabit
1929 - 1933 Leiterin der 1. Ehe- u. Sexualberatungsstelle in Berlin-Prenzlauer Berg
Kommentar zur Tätigkeit:
Niedergelassene Ärztin in Schöneberg ab 1928
Fortbildung als Sportärztin und in Krankengymnastik, sie behandelte nebenberuflich Kinder und Säuglinge mit körperlichen Problemen als orthopädische geschulte Turnlehrerin
Soziales Engagement auf den Gebieten der Geburtenkontrolle, Abgabe von kostenlosen Verhütungsmitteln
wurde 1932 als Kandidatin für die Wahlen zum Ausschuß des Groß-Berliner Ärztebundes von den sozialistischen Ärzten aufgestellt, aber nicht gewählt
Tätigkeitsorte:
1928-1933: Berlin, dort:
Vol.Ärztin am Krankenhaus Moabit (1928)
Schöneberg, Motzstr. 58 (1932)
Assistenzärztin am Krankenhaus Moabit (1933)
Paris (ab 1.4.1933)
Haupttätigkeitsort:
Berlin
Paris
Veränderungen nach 1933:
Jüdin nach dem Gesetz vom 07.04.1933. Am 29.03.1933 erhielt sie die Kündigung als Leiterin der Ehe- u. Sexualberatungsstelle für den 30. Juni 1933. Durch die Warnung einer Besucherin konnte sie einer Verhaftung entgehen und fuhr a, 01.04.1033 mit dem Zug nach Basel. danach weiter nach Nizza und Paris, wohin sie auch ihre Eltern holen konnte. Sie war vom 25.05.1940 bis 25.06.1940 in Gurs interniert und konnte in den folgenden Jahren mit falschen Papieren überleben
Arbeit in Paris als Gymnastiklehrerin (holistische Gymnastik = Gymnastique holistique) und Heilgymnastikerin, sie hatte dort eine kleine Praix. Sie kam nicht mehr nach Deutschland zurück
die Holistische Gymnastik wird vor allem in Frankreich von der Association des Eleves du Docteur Ehrenfried ausgeübt
Mitgliedschaften:
VsÄ (Verein sozialistischer Ärzte) (Verein sozialistischer Ärzte) (1927)
BdÄ (1931)

Literatur

Quellen und Sekundärlitertur

Quellen:
Lebenslauf (Diss.)
RMK 1928, 1929, 1931, 1933
Soz. Arzt (1927), o.S.
Ärztin 7(1931), 14
Berl. Ärzte Corr. 37 (1932), S. 43
Leibfried/Tennstedt: Berufsverbote, S. 255
Frankenthal, Dreifacher Fluch, 1981, S. 318
Pross, Winau: Nicht mißhandeln. Berlin: Hentrich 1984, S. 140 ff
Lehmann, Hepp, Ausbürgerung deutscher Staatsangehöriger, 1985 ,Liste 209
Bertherat, Therese: Der entspannte Körper.Frankfurt a.M.: Fischer 1992, S. 26-34
Schwoch, Rebecca (Hrsg.): Berliner jüdische Kassenärzte und ihr Schicksal im Nationalsozialismus. Berlin 2009, S. 195
http://de.wikipedia.org/wiki/Lily_Ehrenfried v. 03.05.2011
http://www.gerechte-der-pflege.net/wiki/index.php/Lydia_Ehrenfried v. 03.05.2011
Portrait:
Pross/Winau: nicht mißhandeln. Berlin: Hentrich 1984, S. 142

Eigene Publikationen

Publikationen:
Beobachtungen über die Wirkung systematischer Körperübungen im Säuglingsalter. Freiburg, Diss. Med. v. 1926
Körperliche Erziehung zum seelischen Gleichgewicht. Berlin 1967
Deskriptoren:
Standespolitik
VsÄ (Verein sozialistischer Ärzte)
Approbation in Weimarer Republik
Vorberuf
jüdische Abstammung
BDÄ (Bund Deutscher Ärztinnen)