Wilhelmine (Vilma) Lasser, geb. Ritscher

Allgemeines

Nachname:
Lasser
Geburtsname:
Ritscher
Vorname:
Wilhelmine (Vilma)
Geburtsdatum:
19.05.1889
Geburtsort:
München
Sterbedatum:
22.09.1963
Sterbeort:
München
Beruf des Vaters:
Kaufmann
Ehemann:
Lasser, Hans Otto Bernhard
Kommentar zum Ehemann:
Kunstmaler, geb. 30.10.1891, Metz, gest. 14.07.1932
Sonstiges:
Vater: Julius Ritscher
Mutter: Regina Ritscher, geb. Fürst Ola

Ausbildung

Ausbildung und Schule:
Unterricht im Institut Löffler in Wien, 1908 Abitur am Königl. Wittelsbachergymnasium in München
Medizinstudium: München
1911 Physikum, 23.1.1914 Staatsexamen in München
1914 Medizinalpraktikantin am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin
Ort des Staatsexamens:
München
Datum des Staatsexamens:
23.01.1914
Ort der Promotion:
München
Datum der Promotion:
03.08.1914
Datum der Approbation:
03.08.1914

Beruf

Fachbezeichnung:
Internistin (RMK 1926/27ff.), Kinderärztin (RMK 1926/27ff.), Sportärztin (RMK 1937)
Art der Tätigkeit:
Assistenzärztin am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin bis 1918, danach Ärztin am Krankenhaus München-Schwabing, danach zwei Jahre im Säuglingskankenhaus in der Lachnerstraße in München
1921-1937niedergelassene FachÄ. f. Innere Krankheiten und Kinderärztin in München
1937 Sportärztin, München (RMK)
1953: niedergelassene praktische Ärztin
Kommentar zur Tätigkeit:
1921 Niederlassung als Fachärztin für Innere Krankheiten
Nach dem Tode ihres Mannes verlegte sie die Praxis in sein ehemaliges Atelier
Tätigkeitsorte:
1918 - 1937: München, dort:
Rambergstr. 5 (1921, RMK 1928)
Hohenzollernstr. 110 (RMK 1929)
Hilthenbergstr. 36 (auch Hiltenspergerstr.) (RMK 1931, 1933)
Naupliastr. 91 (1934, RMK 1935)
Josephsburgstr. 25 (RMK 1937)
1935 China
1951-1963: München-Harlaching, Naupliastr. 91
Haupttätigkeitsort:
München
Veränderungen nach 1933:
Jüdin nach dem Gesetz vom 07.04.1933. Entzug der Kassenzulassung 1934. Ihr Arbeitsverhältnis bei der Säuglingsberatungsstelle in München in der Steinstraße wurde gekündigt
Sie wurde 1937 im RMK nicht als Jüdin stigmatisiert. Sie wird im "Verzeichnis der nichtarischen und staatsfeindlichen Ärzte, Zahnärzte und Dentisten" der Krankenkasse der Deutschen Angestellten vom 1.10.1934 aufgeführt
1935 verließ sie München, um in China/Canton als Missionsärztin zu arbeiten. (obwohl sie noch 1937 im RMK geführt wird). 1938 wurde sie Missionsärztin bei der Englischen Missionsgesellschaft. 1950 setzte die chinesische Regierung ihrer Tätigkeit ein Ende. Sie kehrte am 01.10.1950 nach München zurück. Hier bemühte sie sich erneut um die Kassenzulasung und arbeitete als Ärztin im Altersheim St. Martin. Die Zulassung erhielt sie am 01.06.1951 und praktizierte nach weitere 12 Jahre.

Literatur

Quellen und Sekundärlitertur

Quellen:
Lebenslauf (Diss.)
RMK 1926/27-1929, 1931, 1933, 1935, 1937
Zschr. Kinderhk. 22 (1919)
Jahresverzeichnis der an den Deutschen Universitäten erschienenen Schriften 1914, München, S: 443
Krauss: man denke sich nur die junge Dame im Seizersaal, in: Häntzschel/Bußmann, 1997, ein Jhdt. Frauen u. Wiss. in Bayern, S: 147
Seidler: Kinderärzte 1933-1945..., Bonn 2000, S. 298
Jäckle, Renate: Schicksale jüdischer und "staatsfeindlicher" Ärztinnen und Ärzte nach 1933 in München. München. 1988. S.87
Münchner Handbuch des Arztes, Klinikers und Apothekers. Berlin: 1953?, S. 140
Ebert, Monika: Zwischen Anerkennung und Ächtung. Medizinerinnen der Ludwig-Maximilians-Universität in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neustadt an der Aisch 2003, S. 172-173

Eigene Publikationen

Publikationen:
Die kogenitale Nierendystopie. München, Diss. med. v. 1914
Angeborene Wortblindheit (Bradylexie) beim nicht schwachsinnigen Kind (Zschr. Kinderhk. 22 (1919), o.S.)
Deskriptoren:
Approbation im Kaiserreich
jüdische Abstammung