Else Court

Allgemeines

Nachname:
Court
Vorname:
Else
Geburtsdatum:
22.02.1899
Geburtsort:
Köln
Sterbedatum:
12.03.1946
Sterbeort:
Güstrow
Beruf des Vaters:
Justizrat
Sonstiges:
Vater: Eugen Court, Justizrat, gest. 1944
Sie hatte einen Bruder, Emil

Ausbildung

Ausbildung und Schule:
sie studierte zuerst Jura in Köln, brach das Studium aber 1920 ab
WS 1920/21 Beginn des Medizinstudiums in München
Ort der Promotion:
Freiburg
Datum der Promotion:
1927
Datum der Approbation:
09.08.1927

Beruf

Art der Tätigkeit:
Ass.Ärztin an der Hilda-Kinderklinik, Freiburg/Br. (1929)
Ass.-Ärztin in einer Armenpraxis in Köln-Ehrenfeld (1929)
Landärztin in einer Kassenpraxis in Benkheim/Ostpr. (1930-1935)
Vertretung in einer Hausarztpraxis in Aulendorf (1939-1940)
Tätigkeitsorte:
Freiburg/Br. 1929
Köln (1929)
Benkheim (Kr. Angerburg, Ostpr.) (1931 - 1936), (RMK 1933, 1935)
Rengsdorf/Kr. Neuwied (1937)
Köln, Hansaring 13 (RMK 1937, Dez. 1938)
Aulenbach/Kr. Insterburg, Hauptstraße, verpflichtet für Dr. Epha (1940)
Haupttätigkeitsort:

Veränderungen nach 1933:
1936 verlor sie die Kassenzulassung
1939 übernahm sie die Hausarztpraxis von Dr. Hans Epha in Aulenbach. Wegen einer Denunziation wurde sie 1940 verhaftet und zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie die Rechtmäßigkeit des Überfalls auf Polen angezweifelt hatte. Die Approbation wurde ihr entzogen. 1942 wurde sie ins KZ Ravensbrück deportiert. Sie wurde dort in der Näherei beschäftigt. 1943 kam sie zum Arbeitseinsatz ins Außenlager Neurohlau. Dort wurde Kantinengeschirr und Tischwäsche produziert. Sie erkrankte dort an Typhus und kam zurück nach Ravensbrück. 1944 arbeitete sie dort als eine von 4 deutschen Ärztinnen, die für über 2000 Häftlinge zuständig waren. Ab Ende 1944 leitete sie das Revier der Zwangsarbeiterinnen von Siemens, die in Siemens-Baracken außerhalb des Lagers lebten. Am 30.04.1945 wurde das KZ von den sowjetischen Truppen befreit.
E. C. wurde von der sowjetischen Kommandantur als Leiterin des Fürstenberger Krankenhauses eingesetzt, sie schlug sich aber nach Berlin durch.
Im September 1945 wurde sie an das Krankenhaus in Berlin-Kaulsdorf abkommandiert. sie war als Oberärztin für die an Fleckfieber und Typhus Erkrankten zuständig.
1945 hatte sie einen Antrag auf Anerkennung als Opfer des Faschismus gestellt, der 1946 abgelehnt wurde mit der Begründung, sie sei wegen "Heimtücke" und nicht wegen "Hochverrat" verurteilt worden. Auch ihr Widerspruch führte nicht zum Erfolg.
Im Februar 1946 ging sie nach Güstrow und übernahm eine Hausarztvertretung. Sie sollte auch das große Flüchtlingslager in Güstrow ärztlich betreuen. Sie starb dort vier Wochen später an Fleckfieber, mit dem sie sich in Kaulsdorf angesteckt hatte und das lange unerkannt geblieben war.

Literatur

Quellen und Sekundärlitertur

Quellen:
RMK 1929, 1933, 1935, 1937
RMK 1937, Nachtrag 1 zum Ärzteverz. 1937, ausgegeben Februar 1938
Wickert, Christl: Else Court (1899-1946) - Ravensbrücker Häftlingsärztin. Geschichte in Köln. Zschr. f. Stadt- u. Regionalgeschichte 61(2014), H. 1, S. 207 - 240
Santis, Ramona Saavedra, Wickert, Christl (Hrsg.): " ... unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten". Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück. Berlin, metropol Verl. 2017, S. 40, 144, 156, 158 168f, (Forschungsbeiträge und Materialien der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. 20)
Archivalien
Portrait:
Wickert, a.a.O., S. 211
Santis/Wickert, a.a.O., S. 168

Eigene Publikationen

Publikationen:
Kodeinvergiftung im Kindesalter. Freiburg i. Br., Univ. Diss. Med. v. 1927
Deskriptoren:
(Auto-)Biographie vorhanden
Approbation in Weimarer Republik
Deportation ins Konzentrationslager