Alice Biene Nauen, geb. Chassel

Allgemeines

Nachname:
Nauen
Geburtsname:
Chassel
Vorname:
Alice Biene
Geburtsdatum:
15.11.1901
Geburtsort:
Hamburg
Sterbedatum:
06.08.1995
Sterbeort:
Cambridge (Middlesex, MA)
Konfession:
mosiaisch
Beruf des Vaters:
Sekretär des jüdischen Hilfsvereins in Hamburg
Ehemann:
Nauen, Albert
Kommentar zum Ehemann:
Besitzer e. Pelz- u. Lederimportfirma, Heirat 1937
Kinder:
1
Kommentar zu den Kindern:
ein Sohn
Sonstiges:
Vater: Henry Chassel (war im Alter von 16 Jahren aus Galizien nach Deutschland immigriert)
Das Medizinstudium von A. C. finanzierte der Arbeitgeber des Vaters, Bankier Warburg. Sie war das älteste von vier Kindern

Ausbildung

Ausbildung und Schule:
Abitur Frühjahr 1920 in Hamburg.
Medizinstudium in Hamburg, München und Freiburg. Physikum 1922/23, Staatsexamen 03/1925
Medizinalpraktikantin und ab 01.08.1926 hospitierende Ärztin am Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-Barmbeck
Ort der Promotion:
Hamburg
Datum der Promotion:
22.12.1926
Datum der Approbation:
07.1926

Beruf

Fachbezeichnung:
Kinderärztin
Art der Tätigkeit:
Assistenzärztin in Hamburg, Sulzheim, Leipzig
1932-1938 niedergelassene Ärztin in Hamburg. Außerdem ärztliche Leiterin eines jüdischen Kinderheims in Hamburg
1939 niedergelassene Ärztin in Boston
Ärztin im Beth Israel Krankenhaus, Boston
Tätigkeitsorte:
1932: Leipzig O 5, Oststr. 25 (RMK 1933)
1932-38: Hamburg 37, Eppendorfer Baum 14
1939 Boston
Haupttätigkeitsort:

Veränderungen nach 1933:
Jüdin nach dem Gesetz vom 07.04. 1933
Nachdem ihr Mann seine Importfirma aufgeben mußte, half er seinem Schwiegervater im Jüdischen Hilfsverein. Sie organisierten die Ausreise von Juden aus Deutschland.
A. N. und ihr Ehemann emigrierten am 26.04. 1939 in die USA. Henry Chassel blieb in Deutschland, um weiter zu helfen. Er kam im Holocaust um.
Von New York ging die Familie nach Boston. A. N. wurde zur State- Board-Prüfung zugelassen. sie legte die Prüfung gleich für Boston und New York ab. Doch die Praxis ging schlecht. Eine kurze Zeit konnte sie als Ärztin am Beth Israel Krankenhaus arbeiten, dann zwang eine Krankheit sie dazu aufzuhören. Sie wurde zu einem Sozialfall. Nach Kriegseintritt der USA versuchte sie wieder zu arbeiten. Eine Kinderärztin bot ihr an, die Praxis mit ihr zu teilen. Sie wurde zugleich Mitarbeiterin in der Bostoner Kinderklinik und Assistenzärztin im College in Radcliffe. Drei Wochen später bekam sie dort den Posten einer ärztlichen Leiterin. Ihr Mann unterstützte sie stets. Er selbst fand seine Erfüllung im sozialen Engagement.

Literatur

Quellen und Sekundärlitertur

Quellen:
RMK 1933, 1927
Sillem, Dorothee: Deutschsprachige Ärztinnen im amerikanischen Exil 1933-1945. Berlin 1994, S. 51 - 58
Quack, Sibylle: Zuflucht Amerika. zur Sozialgeschichte der Emigration deutsch-jüdischer Frauen in die USA 1933-1945. Bonn 1995, S. 185 (= Politik- u. Gesellschaftsgeschichte. 40)
Quack, Sibylle (Ed.): Between Sorrow and Strength. Women Refugees of the Nazi Period. Cambridge 1995, S. 9, 215, 228, 233, 235, 238
Archivalien

Eigene Publikationen

Publikationen:
Über das Vorkommen von Nitriten im menschlichen Urin. Hamburg, Med. Diss. v. 22.12.1926
Über Scharlachsepsis. (Klin. Wschr. 1929, I, 694-695, zit. nach: Zbl. f. d. ges. Kinderhk. 23(1930), 411)
u. S. Rosenbaum: Die Erzeugung der tierexperimentellen Intoxikation auf enteralem Wege. (Mschr. Kinderhk. 53 (1932), 399-413, zit. nach: Zbl. f. d. ges. Kinderhk. 27(1933), 167)
u. S. Rosenbaum: Zur Amintheorie der Säuglingsintoxikation. (Jb Kinderhk. 139. (89.) 1933, o. S.)
u. Rosenbaum u. York: Der Blutdruck bei der tierexperimentellen Intoxikation. (Mschr. Kinderhk. 58(1933), 211-218, zit. nach: Zbl. f. d. ges. Kinderhk 28(1934), 388)
Deskriptoren:
Approbation in Weimarer Republik