Anna Maria (Annemarie) Bieber, geb. Bieber

Allgemeines

Nachname:
Bieber
Geburtsname:
Bieber
Vorname:
Anna Maria (Annemarie)
Geburtsdatum:
18.02.1884
Geburtsort:
Schneidemühler Hammer
Sterbedatum:
08.05.1957
Sterbeort:
Phoenicia (USA)
Kommentar zu den Lebensdaten:
In der Geburtsurkunde wird der Vorname mit Marie Anna angegeben. Als Beruf des Vaters wird "Gutsverwalter" genannt, die Religion wird mit "mosaisch" angegeben
Konfession:
evangelisch
Beruf des Vaters:
Gutsbesitzer
Ehemann:
Bieber, Richard
Kommentar zum Ehemann:
Dr. jur., Rechtsanwalt, Justizrat (R. B. war gleichzeitig der Onkel von A. B.)
Kinder:
2
Kommentar zu den Kindern:
Ruth Hanna, geb. 07.01.1924 in Berlin-Schöneberg, verst. 01.10.1989
Hanna Marie, verh. Parker, geb. 24.03.1926 in Berlin, verst. 09.04.1997
Sonstiges:
Vater: Georg Bieber
Mutter: Alberta Bieber, geb. Raschkow
Schwestern: Dora Lux und Elsbeth Schapper
Die Großeltern mütterlicher- und väterlicherseits waren jüdischen Glaubens, M.A. Bieber u. ihre Eltern ließen sich am 22.06.1887 evangelisch taufen
Von 1911 bis ca. 1916 wohnte A. B. in der Stübbenstr. in Berlin mit ihrer Schwester Dora Bieber, verh. Lux, zusammen.
A. B. wohnte 1934 zusammen mit Dr. med. Regula Frisch, einer Nichte von Käthe Kollwitz und war befreundet mit Käthe Frankenthal

Ausbildung

Ausbildung und Schule:
Höhere Töchterschule in Lissa i. P.
städt. Margaretenschule in Berlin
1899-1901 Gymnasialkurse bei Helene Lange in Berlin, 1901 Abitur am königlichen Luisengymnasium in Berlin
Studium: 1901-1905 Medizinstudium in Freiburg i. Br., Berlin, München
1903 Physikum in Freiburg
1905 Staatsexamen in Freiburg
Ort des Staatsexamens:
Freiburg i. Br.
Datum des Staatsexamens:
1905
Ort der Promotion:
Freiburg i. Br.
Datum der Promotion:
1906
Titel der Dissertation:
Ja
Datum der Approbation:
1906

Beruf

Art der Tätigkeit:
1907 Assistenzärztin bei Dr. Issmer (Privatsanatorium)
1908 Assistenzärztin am Allerheiligenhospital in Breslau
1911-1938 niedergelassene Ärztin in Berlin
o. J. Fürsorgeärztin in Berlin-Schöneberg
1914/15 Leiterin der Poliklinik für Frauen in Berlin, Kaiserstr. 34, zusammen mit H. Heusler-Edenhuizen
1916 Kassenärztin bei der Krankenhilfskasse des Berliner Frauenvereins
niedergelassene Kassenärztin in Berlin bis zum 01.07.1933
1941 Ärztin in Newark, N.J., Klinik u. Labor des Beth Israel Hospitals, in Kingston Hosp., in New York
1942-1946 Allgemeinpraktikerin in Woodstock, N.Y.
1950-1956 Allgemeinpraktikerin in Phoenicia, N.Y., Landpraxis
Kommentar zur Tätigkeit:
Sie war aktiv in der kommunalen Gesundheitspolitik in Berlin - Schöneberg. Am 12. Mai 1927 hielt sie ein Referat Zum "Kampf gegen die Wohnungsnot vom sozialen und hygienischen Standpunkt" auf einer Kundgebung des VsÄ.
1927 Mitglied im Ausschuß des Groß-Berliner Ärztebundes. 1932 als Kandidatin der "sozialistischen Ärzte" für die Wahlen zum Ausschuß des Groß-Berliner-Ärztebundes gewählt.
Tätigkeitsorte:
1907 Waldenburg in Schlesien
1908 Breslau
1911 - 11.4.1940 Berlin, dort:
1911 - 1914 Stübbenstr. 13
1914/15 Poliklinik für Frauen, Kaiserstr. 34
1917, 1918 Stübbenstr. 13
1919 Grunewaldstr. 49
1920, 1926/27, 1928 Stübbenstr. 13
1929 Grunewaldstr. 49
1931,1933 Stübbenstr. 13
1934-1937 Kaiser-Wilhelm-Str. 52
1941 New York
1942-46 Woodstock (N.Y.)
1950 -1956 Phoenicia (N.Y.)
Haupttätigkeitsort:
Berlin
New York
Veränderungen nach 1933:
Jüdin nach dem Gesetz vom 07.04.1933. Kassenentzug 1933, am 09.1938 Approbationsentzug.
Emigration 11.04.1940 in die USA, Ausbürgerung September 1940, Ablegung des med. Staatsexamens in New York (1941), freiwillige Arbeit in der Klinik und den Laboratorien des Newark Beth Israel Hospital (1941), Ärztin in Woodstock, New York (1942-46), Praxis in Phoenicia (N.Y.) (1950-56)
Mitgliedschaften:
Verein sozialistischer Ärzte (VsÄ (Verein sozialistischer Ärzte))
BdÄ (Ausschuß zur Bearbeitung wirtschaftl. Fragen (1928), dort Vorsitzende (1930)
Berl. Med. Ges. (seit 1911)
Hartmannbund o.J.
SPD (1929)
Groß Berliner Ärztebund (1932)

Literatur

Quellen und Sekundärlitertur

Quellen:
Lebenslauf (Diss.)
RMK 1907, 1908, 1911 - 1914, MK 1919, RMK 1926/27, 1928, 1929, 1931, 1933, 1935, 1937
Bäumer, G., 1906, S. 80
Die Frau 13(1905/06), S. 374
Ringblätter Febr. 1934 (3 Jg. Nr. 1, S. 18)
Der soz. Arzt 2(1926), o. S., 3 (1927), S. 20-23, 5(1929), S. 36
Mschr. Dtsch. Ärztinnen 4(1928), S. 15, 225 und 6(1930), S. 211
Berliner Ärzte Korrespondenz 31(1927), S. 158, 36(1931), S. 371
Verh. d. Berl. Med. Ges. Jahr 1911, 42(1912) Mitgliederverz.
Berliner Ärzte-Korresp. 37(1932), S. 43, 77
Ärzteblatt für Berlin 39(1934), 46
Leibfried/Tennstedt 1980, S. 254
Frankenthal, K. 1981, S. 317
Lehmann/Hepp: Ausbürgerung deutscher Staatsangehöriger, 1985, Liste 210
Schwoch, Rebecca (Hrsg.): Berliner jüdische Kassenärzte und ihr Schicksal im Nationalsozialismus. Berlin 2009, S. 100-101
Schramm, Hilde: Meine Lehrerin, Dr. Dora Lux. Reinbek b. Hamburg 2012
Kohler
Archivalien
Portrait:
Gruppenfoto in Frankenthal, Käthe: Der dreifache Fluch: a.a.O., S. 94
Schwoch, a.a.O., S. 98
Schramm, Hilde, a.a.O., S. 185

Eigene Publikationen

Publikationen:
Ein Beitrag zur recidivierenden Glaskörperblutung und ihrer Behandlung durch Carotisligatur. Freiburg i. Br., Diss. Med. v. 1906
Die strafrechtliche Behandlung der Frau. (Die Frau 1926/27, S. 650 - 657)
Glossen zu Prof. Hellers " Gedanken über die Stellung des Arztes zur Reform des Eherechts" ( Mschr. Dtsch. Ärztinnen 5 (1929), S. 29-33)
Die sittliche Forderung (Mschr. Dtsch. Ärztinnen 6 (1930), S. 249)
Die Stellung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie zur Frau der werktätigen Bevölkerung (Soz. Arzt 7(1931), S. 335 ff)
Die Zukunft des Ärztestandes. (Zeitschr. "Ethische Kultur" 39(1931), H. 4/5, 32-34)
Der Vertragsentwurf zwischen der Stadt Berlin und dem Groß-Berliner-Ärzte-Bund betreffend die ärztliche Versorgung der Wohlfahrtskranken (Die Ärztin 8(1932), S. 130-132)
Deskriptoren:
Abitur
§ 218
SPD
BDÄ (Bund Deutscher Ärztinnen)
Standespolitik
Ärztin im Emigrationsland
VsÄ (Verein sozialistischer Ärzte)
Öff. Gesundheitswesen
Klinik weiblicher Ärzte (o.ä.)
Approbation im Kaiserreich
jüdische Abstammung