Mally Kachel

Allgemeines

Nachname:
Kachel
Vorname:
Mally
Geburtsdatum:
15.11.1876
Geburtsort:
Karlsruhe
Sterbedatum:
13.04.1972
Sterbeort:
München
Kommentar zu den Lebensdaten:
Vornamen auch: Amalie Margaretha Marie
Beruf des Vaters:
Architekt
Sonstiges:
Vater: Gustav Kachel, Architekt, Privatdozent an der Berliner Bauakademie, Konservator der öffentlichen Baudenkmäler in Baden, 1878 Direktor der Landesgewerbeschule in Karlsruhe, verst. am 31.03.1882
Mutter: Luise Bender, Schauspielerin
Behandelnde Ärztin von Lida Gustava Heymann und Anita Augsburg
Sie liegt auf dem Münchener Nordfriedhof begraben

Ausbildung

Ausbildung und Schule:
Großherzogliches Pensionat in Karlsruhe, Abitur in Lausanne
Studium: Medizinstudium in Lausanne und Bern, Staatsexamen 1901 in Bern
1901 nach zahlreichen Eingaben Staatsexamen in Freiburg (mit Genehmigung des damaligen Reichskanzlers v. Bülow)
Ort des Staatsexamens:
Freiburg i. Br.
Datum des Staatsexamens:
1901
Ort der Promotion:
Freiburg i. Br.
Datum der Promotion:
1903
Datum der Approbation:
1902

Beruf

Fachbezeichnung:
Kinderärztin (RMK 1905ff.)
Schulärztin (MK 1917, 1919, RMK 1933ff.)
Gynäkologin (RMK 1931, ff.)
Art der Tätigkeit:
1902 Assistenzärztin an den Universitätskliniken in Freiburg und München, Assistenzärztin am Hilda-Kinderhospital in Freiburg (30.9.1902- ca. 1904)
1903 Assistenzärztin an der gynäkologischen Universitäts-Poliklinik in München (ohne Entlohnung)
1904- 1968 niedergelassene Ärztin in München
1907 - 1944 Schulärztin in München
Gynäkologin in München (1911, 1937)
1914-18 Lazarettärztin in München
1921 Fürsorgeärztin an der Trinkerfürsorgestelle in München
Kommentar zur Tätigkeit:
Nach einer durch die Krankheit des Vaters geprägten Kindheit entschloß sie sich im Alter von 16 Jahren, Ärztin zu werden.
Am 30.9.1902 übernahm sie als zweite Frau die Assistentenstelle von Dr. Maria Gleiss beim Hilda-Kinderspital, München.
1904 ließ sie sich in München nieder und hatte bald eine gut besuchte Praxis. Zu ihren Patientinnen gehörten auch Anita Augsburg und Lida Gustava Heymann. Nach Hope Bridges Adams-Lehmann war sie die zweite Ärztin, die sich in München niederließ. Sie gab auch an der Frauenfachschule Unterricht in Hygiene und war Schulärztin, eine Tätigkeit, die sie 58 Jahre lang ausübte. Während des 1. Weltkrieges, als Ärztin in einem Münchner Lazarett (1914-1918), betreute sie 30 Betten, assistierte bei großen Operationen und nahm kleine chirurgische Eingriffe selbst vor
1964 bekam sie zu ihrer Privatpraxis noch die Kassenzulassung
Nach 65 jähriger Praxistätigkeit verstarb sie 1972, 95-jährig als älteste noch praktizierende Ärztin nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa
Tätigkeitsorte:
1902: Freiburg i. Br., dort: Univ. Klinik und Hilda-Kinderhospital,
ab 1903 -1962: München, dort:
Gynäkologische Universitäts Poliklinik (1903)
Heß-/Ecke Luisenstr. (1904)
Lazarett (1914-1918)
Jakob-Klar-Str. 3 (RMK 1926 - 1937),
Jakob-Klar-Str. 4 (um 1953)
Haupttätigkeitsort:
München
Mitgliedschaften:
Bayerische Ges. f. Geburtshilfe und Frauenheilkunde (BGGF) 1929,1936

Literatur

Quellen und Sekundärlitertur

Quellen:
RMK 1903, 1904, 1905, 1906, 1907, 1908, 1911, 1911, 1912, 1913, 1914, MK 1917, 1919, RMK 1926/27, 1928, 129, 1931, 1933, 1935, 1937
Jahresverz. d. a. d. dtsch. Univ. ersch. Schriften 1903
Nauck, Frauenstudium in Freiburg, Freib urg i. Br. 1953, S. 38, 62, 245
Münch.med.Wschr. 68(1921),S.598
Archivalien
Münchner Handbuch des Arztes, Klinikers und Apothekers. Berlin: ca. 1953, S. 138
Mitt. bl. d. dtsch. Ärztinnenbd. 14(1967), H.5, S. 8
Dietrich, E.: Nachruf für Mally Kachel. (Mitt.-bl. d. dtsch. Ärztinnenbd. 19(1972), H. 5, S. 6-8
Heymann, Lida Gustava: Erlebtes - Erschautes. Meisenheim am Glan 1972, S. 75
Ebert, Monika: Zwischen Anerkennung und Ächtung. Medizinerinnen der Ludwig-Maximilians-Universität in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neustadt an der aisch 2003, s. 141 - 143
Anthuber, Christoph et al. (Hg.): Herausforderungen. 100 Jahre Bayerische Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Stuttgart 2012, S. 21. 50, 279, 303, 307
Portrait:
Ebert, M., a.a.O., s. 141, 144

Eigene Publikationen

Publikationen:
Untersuchungen über Polyarthritis chronica adhaesiva. Freiburg, Diss. Med. v. 1903
Deskriptoren:
Approbation im Kaiserreich
(Auto-)Biographie vorhanden
Einsatz im 1. Weltkrieg
Öff. Gesundheitswesen
nur Schweizerische Approbation