Hedwig Jolowicz, geb. Meischeider

Allgemeines

Nachname:
Jolowicz
Geburtsname:
Meischeider
Vorname:
Hedwig
Geburtsdatum:
02.12.1876
Geburtsort:
Celle
Sterbedatum:
07.01.1975
Sterbeort:
Wayne, N. J.
Beruf des Vaters:
Rechtsanwalt, Richter, Appellationsgerichtsrat
Ehemann:
Jolowicz, Ernst
Kommentar zum Ehemann:
Arzt, Nervenarzt, appr. 1907, Leipzig, Harkortstr. 1 (RMK 1933), Heirat 1910, Scheidung 1934 (Unterlagen zu Ernst Jolowicz liegen im Leo-Baeck-Inst., New York)
Kinder:
3
Kommentar zu den Kindern:
drei Söhne, der erste wurde 1911 tot geboren
Peter, geb. 1912 in Berlin, Ingenieur, verst. 2005
Dietrich Franz, geb. 1919 in Posen, emigriert 1937, geht zur Fremdenlegion in Afrika, danach mit den amerikanischen Roten Kreuz nach Italien, lebte dnach in Amerika
Sonstiges:
H. J. hatte 2 Brüder. Emil, der ältere, wurde Offizier. Der jüngere, Ernst, war ihr Zwillingsbruder
Vater: Gottlieb Otto Emil Julius Meischeider, war Rechtsanwalt und Richter beim Reichsgericht, Leipzig.
Die Mutter, Hedwig Caroline Auguste, gb. Wiese entstammte einer pommerschen Junkerfamilie.
Die Heirat von H. M. mit einem jüdischen Mann schockierte die Familie zutiefst. Familienbeziehungen wurden abgebrochen, nur die Großmutter hielt die Beziehungen aufrecht
1922 beantragte die Familie die deutsche Staatsangehörigkeit

Ausbildung

Datum des Staatsexamens:
1906 (ca.)
Datum der Approbation:
1907

Beruf

Fachbezeichnung:
Kinderärztin (RMK 1929ff.)
Art der Tätigkeit:
1917-1919 niedergelassene Ärztin in Greifswald, Hellerau b. Dresden und Posen
1921-1935 niedergelassene Ärztin in Leipzig,
1933 Gemeinschaftspraxis mit Ehemann
Kommentar zur Tätigkeit:
Am 01.11.1921 ließ sie sich in Leipzig als Kinderärztin nieder
Tätigkeitsorte:
1917-1919: Greifswald, Hellerau bei Dresden und Posen
1926 - 1950: Leipzig, dort:
Harkortstr. 1 (RMK 1926/27 - 1933)
Kaiser-Wilhelm-Str. 72 (RMK 1935)
Feuerbachstraße (1949)
Westhoven, Oberstraße 65 (1950)
Haupttätigkeitsort:
Leipzig
Veränderungen nach 1933:
1934 von ihrem jüdischen Ehemann geschieden, der 1936 nach Frankreich emigrierte. Der Grund war, lt. Aussage des Sohnes, eine andere Frau
nach dem Kriege war sie nicht mehr berufstätig, sondern betreute in Leipzig ihre kranke Schwester bis zu deren Tod. Danach entschloß sie sich, nach amerika, zu ihren Kindern zu ziehen. 1955, 79-jährig, emigrierte sie nach Amerika, lebte kurz bei ihrem ältesten Sohn in New York, danach bei dem jüngeren in Kalifornien

Literatur

Quellen und Sekundärlitertur

Quellen:
MK 1917, 1919, RMK 1926/27, 1928, 1929, 1931, 1933, 1935
E. Seidler: Kinderärzte 1933-1945..., Bonn 2000, S. 278
Bachhuber, Dagmar: Dr. med. Elisabeth Herzfeld (1890-1966). Eine der ersten in Leipzig niedergelassenen Ärztinnen. Leipzig, Diss. Med. v. 16.04.2002, S. 40
Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur - Schicksale der Vertriebenen - . Leipzig, Med. Diss. v. 1997, S. 183
Wagner, Armin, Steinberg, Holger: Neurologie an der Universität Leipzig. Leipzig 2015, S. 278-280
Archivalien

Eigene Publikationen

Deskriptoren:
Approbation im Kaiserreich